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Archiv Branchentreff 2020

Vierter Branchentreff Literatur
19.-21.06.2020 im Internet
Impulsvorträge, AMA, Q&A
Live per Zoom aus dem Theater Aufbau Kreuzberg

Vielen Dank an alle Referent*innen und Teilnehmer*innen! Wir hoffen, Sie im kommenden Jahr wieder begrüßen zu dürfen!

Wenn Sie Interesse an Materialien und Präsentationen des Branchentreffs haben, können Sie via anmeldung@literaturszene.berlin die Zugangsdaten für den Materialienordner erhalten.

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Vierter Branchentreff Literatur: Literatur viral: Wie geht es weiter nach Corona?

Was für ein Jahr. Ein Virus, zufällig wie eine Naturkatastrophe und doch wegen der globalisierten Lieferketten und unseres globalisierten Freizeitverhaltens menschengemacht, sprengt von einer Woche auf die andere unsere gesamte Lebensweise. Die Welt wird nicht mehr dieselbe sein wie vorher. Gestalten wir also die zukünftige Welt und fragen wir: Was wird sich ändern? Was wollen wir ändern? Was aus der Zeit davor wollen wir auf gar keinen Fall zurückhaben? Ökonomische Krisen beschleunigen sehr häufig gesellschaftliche Trends. Und während ein globaler Megatrend, die Globalisierung, an seine Grenzen zu stoßen scheint, sind zwei weitere, Nachhaltigkeit und Digitalisierung, aktueller denn je. Jede Form des wirtschaftlichen Handelns muss sich langfristig an diesen Entwicklungen ausrichten.

Der Vierte Branchentreff Literatur hat es sich zur Aufgabe gemacht, dies auf den Literaturbereich herunterzubrechen und die Konsequenzen aus der Krise für die Solo-Selbständigen der Literaturbranche zu diskutieren. Zu Nachhaltigkeit gehören unserer Ansicht nach neben Ökologie auch Nachhaltigkeit im sozialen Miteinander, faire Arbeitsbedingungen und Wirtschaftsbeziehungen, gerechte Chancen für alle und damit Antidiskriminierung und Barrierefreiheit in jedem Sinne. Wie wollen wir also künftig schreiben, wie wollen wir leben? Wie wollen wir (zusammen-)arbeiten?

Digitalisierung ist auch nach 30 Jahren noch immer ein ungebremst expandierendes Universum – jedes Jahr werden wir durch sie in neue Welten getragen. Im Zuge der Corona-Krise haben viele Literaturveranstalter*innen flugs auf digitale Streaming-Formate umgestellt, und die Social-Media-Aktivitäten explodierten geradezu. Wir wollen eine Zwischenbilanz ziehen: Was hat sich bewährt, was wurde verworfen? Welche Tools sind geeignet, welche ungeeignet? Welche Neuansätze für literarische Formate gibt es? Wie schaffe ich Viralität für Literatur? Wie ändern sich Rezeptions- und Vermarktungsstrukturen? Wie kann ich neue Publikumsschichten erreichen? Was behalten wir bei, wenn wir uns wieder analog versammeln dürfen?

Viele große Fragen also, auf die wir im Rahmen des Branchentreffs sicherlich nur provisorische Antworten werden finden können. Wie immer finden sich im Angebot aber natürlich auch viele handfeste und der literarischen Berufspraxis unmittelbar nützliche Vorträge und Workshops.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Beteiligten, bei unseren Kooperationspartnern (nflb, VGSD, Aurora School for Artists, Kreativkultur Berlin, Junge Verlagsmenschen e. V., VFLL, VDÜ, BücherFrauen).
Diese Veranstaltung wird von Lettrétage e. V. im Rahmen des Projekts schreiben & leben ausgerichtet, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

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PROGRAMM 

Freitag, 19. Juni 2020 // Speeddating mit der Digitalisierung?

Nach wenigen Tagen des Lockdowns und der Schreckstarre begann eine hastige Schnelldigitalisierung der Gesellschaft. So auch in der Literaturszene. Gestreamte Literaturfestivals und digitale Beratungsangebote schossen aus dem Boden, und die sozialen Netzwerke liefen heiß. Nun ist die erste Welle dieser Verzweiflungseuphorie abgeebbt, man vermisst zunehmend das physische Miteinander bei Veranstaltungen und ist frustriert über zu geringe Bandbreiten, mangelhaften Datenschutz zahlreicher Anbieter und andere Einschränkungen, die das Digitale mit sich bringt. Wie werden sich in der Welt nach Corona Digitales und Analoges verschränken? Welche vielleicht nicht ganz so naheliegenden digitalen Möglichkeiten kann man noch für sich nutzen? Und was wird von dem aktuellen Digitalisierungsschub bleiben, wenn wir uns wieder analog in die Arme fallen können?

09:20-09:30 Uhr: Begrüßung

09:30-09:55 Uhr: Home-Yoga mit Lea Helmers // Beginnen Sie den Tag vor dem Laptop mit einigen einfachen Yoga-Übungen! Diese kurze Session lockert und aktiviert Muskeln und Kreislauf, Sie benötigen für die Teilnahme nur einen Teppich oder eine Matte

10:00-10:55 Uhr: „Digitaler Datenschutz“ Vortrag und Q&A- Impulsvortrag und Q&A mit RAin Karina Filusch // Kurzvortrag und offene Fragerunde zu digitalem Datenschutz in Bezug auf Live-Stream-Lesungen, Video-Podcasts, Video-Konferenzen, Social Media. Viele Kreative haben während der Corona-Pandemie digitale Lösungen gefunden oder bereits genutzte digitale Möglichkeiten ausgebaut, um ihrer Arbeit und ihren Projekten nachgehen zu können. So werden beispielsweise Lesungen nun gestreamt und die Aktivitäten auf den sozialen Medien sind gestiegen. Es kursieren viele Informationen über die Sicherheit dieser Angebote, die verunsichern können. Wie nutzt man diese vielfältigen digitalen Angebote sicher? – Das ist Thema dieses Impulsvortrages mit der Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen.

11:00-11:55 Uhr: Ask-me-Anything zum Thema Datenschutz -AMA- Offene Fragerunde mit RAin Karina Filusch // Gruppenberatung zum Thema Datenschutz. Hier können Sie Ihre datenschutzrechtlichen Fragen – auch über das Thema des obigen Impulsvortrags hinaus – stellen. Das können beispielsweise Fragen zum Versand Ihres Newsletters oder Ihrer Website sein.

12:00-12:55 Uhr: divers-gerecht-nachhaltig -Arbeitsgruppe- Arbeitsgruppe zum Berliner Literaturfördersystem mit Paula Fürstenberg und Peter Dietze // Seit 2013 arbeitet das Netzwerk freie Literaturszene Berlin als Interessenvertretung der rund 10.000 Berliner Autor*innen, Übersetzer*innen, freien Literaturveranstalter*innen, Independent-Verleger*innen und anderen Literaturvermittler*innen gegenüber der Landespolitik und der Öffentlichkeit. Zu jedem Doppelhaushalt entwickelt es in offenen und partizipativen Verfahren ein gemeinsames Programm, dass Forderungen und Verbesserungsvorschläge an die Politik formuliert. Das Treffen im Rahmen des Branchentreffs Literatur bildet den Ausgangspunkt für den Programmprozess zum Doppelhaushalt 2022/23. Gemeinsam mit Ihnen möchte das Netzwerk überprüfen, bei welchen Themen sich in den letzten beiden Jahren etwas bewegt hat, neue Ideen sammeln und Probleme besprechen. Wie kann das Fördersystem für Literatur, gerade unter den Gesichtspunkten von Diversität, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit verbessert werden? Es gibt noch viel zu tun! Lassen Sie es uns gemeinsam tun! Veranstaltung in Kooperation mit dem Netzwerk freie Literaturszene Berlin e. V.

13.00-13.55 Uhr: Sound and Vision: Starting Your Podcast -Workshop in English- Workshop with Susan Stone // Podcasts can bring your ideas around the world and may be created from home using little more than a smartphone, so there’s no better time to start one than now! This workshop from longtime radio journalist and podcast producer/host Susan Stone offers inspirational ideas and practical suggestions to help you start a podcast for yourself or your group. We’ll cover questions that will help you conceptualize and personalize your project, as well as discussing recording equipment, editing software, and production best practices. The workshop will be conducted in English; questions in German are welcome.

14.00-14.55 Uhr: Podcast – Marketing & Monetarisierung -Vortrag und Q&A- Impulsvortrag, Fragen und Austausch mit Yvonne de Andrés, für Autor*innen, Lektor*innen und Übersetzer*innen // Podcasts machen unabhängig. Für Autor*innen ist es eine Möglichkeit sichtbarer zu werden. Jede/r kann Podcasts online veröffentlichen. Die Formate sind vielfältig. Interviews, Reportagen, Ratgeber-Formate oder das Gespräch mit der besten Freundin am Küchentisch sind möglich. Wie werde ich gefunden? Wie vermarkte ich meinen Podcast? Kann ich damit Geld verdienen? Sind die Fragen denen wir nachgehen.

15:00-15:55 Uhr: Literatur mit Augmented Reality erweitern: Die App Zittau 1999 -Vortrag und Q&A- Impulsvortrag und Q&A mit Juliane Wünsche (Autorin), Maja Stark (Aurora School for Artists) und Leonid Barsht (Entwickler) // Augmented Reality (AR) kann die gewohnte Welt erweitern und bereichern – das gilt auch für Literatur. Die Autorin Juliane Wünsche zeigt dies anhand ihres Romans Nationalbefreite Zone, der in der ostsächsischen Kleinstadt Zittau spielt und teilweise auf wahren Begebenheiten beruht. 1999 treffen die ostdeutsche Studentin Franziska Wendt und der westdeutsche Professor Alexander Harten in der von Arbeits- und Perspektivlosigkeit geprägten Region aufeinander. Die wirtschaftlichen und sozialen Brüche der Nachwendezeit lassen Nationalstolz und Fremdenhass aufbrechen und die beiden müssen sich entscheiden: einmischen oder weggucken, kämpfen oder aufgeben, gehen oder bleiben. Mit der im AURORA-Produktionslabor entstandenen AR-Anwendung können die Leser*innen in die damalige Zeit eintauchen: Zeitzeugen berichten von Überfällen rechter Jugendlicher, eine AR-Fotoshow zeigt die Orte aus dem Roman, wie sie 1999 tatsächlich aussahen, und bei einem Mundartmemory lernt der Leser nicht nur typische oberlausitzer Begriffe kennen, sondern kann sie zeitgleich auch hören. Hervorgerufen werden die vielfältigen AR-Inhalte durch ein Kartenset mit Illustrationen von Kerstin Welther und Matthias Ries. Durch ihre experimentelle Multimedialität bietet die Roman-App-Kombination damit ein neuartiges Format, das neben den bekannten Zielgruppen auch neue und jüngere Leser anspricht.
ACHTUNG: Dies ist eine Veranstaltung, bei der Sie live mitmachen können (Voraussetzung ist eine WLAN-Verbindung und ein einigermaßen aktuelles mobiles Device, auf dem mindestens Android 8.0 oder Apple 11.3 läuft):
1) Gratis App INKA AR herunterladen.
2) Über diesen Link das Kartenset öffnen, ausdrucken und ausschneiden.
3) Beides bereithalten!

16:00-16:55 Uhr: Podcast Plus – Ask Me Anything zum Thema Podcasts -AMA- mit Susan Stone & Yvonne de Andrés // For participants of the previous podcast workshops: This small-group session will allow you to ask specific questions or seek out custom advice from our Podcast Experts. Für für Teilnehmer*innen der Podcast-Workshops: In dieser offenen Gesprächsrunde können Sie weitere Fragen loswerden und Tipps von den Referent*innen sammeln. (Languages, Sprachen: EN/DE)

17:00-17:55 Uhr: Digitales Urheberrecht bei Lesungen -Vortrag und Q&A- Impulsvortrag und Q&A mit Julia Balogh // Gerade in den letzten drei Monaten haben sich Lesungen und Veranstaltungen in den digitalen Raum verschoben. Das könnte auch in Zukunft eine gute Alternative sein, sofern analoge Veranstaltungen nicht möglich sind. Was sind die Unterschiede zwischen digitalen und analogen Lesungen/Veranstaltungen und Veröffentlichungen im Hinblick auf das Urheberrecht, Honorare, Erreichbarkeit u.v.m.?

18:00-18:55 Uhr: Vom Segen der sensiblen Sprache -Diskussion- Gedankenaustausch und Diskussionsrunde mit Johanna Faltinat & Letícia Milano vom Büro für vielfältiges Erzählen // Über Sprache und also Sprachhandlungen wird Wirklichkeit geschaffen. Schon einzelne Wörter können ungewollte Zuschreibungen manifestieren. Ein sensibler Umgang damit befeuert Nachdenken über Sprache und trägt zu einer gerechteren Gesellschaft bei. In dem Austausch geht es um lautes Nachdenken über Ängste, Hindernisse und Möglichkeiten, die dieser Weg bereit hält.

Samstag, 20. Juni 2020 // Wie neoliberal sind wir?

Globalisierte Lieferketten, geschäftliche und touristische Hyperaktivität, Raumeffizienz auf Kosten ausgebeuteter Wanderarbeiter*innen – das Virus ist auch ein Neozoon, eine invasive Art der neoliberalen Weltgesellschaft. Jede Gesellschaft kriegt das Virus, das sie verdient, könnte man sagen – wenn es nicht gerade ein zentrales Merkmal des neoliberalen Systems wäre, dass die einen die Gewinne einstecken und die Risiken auf andere abgewälzt oder vergemeinschaftet werden. Und ist nicht auch Solo-Selbständigkeit an sich so ein neoliberales Neozoon? Machen wir nicht zum Teil dieselbe Arbeit, die früher festangestellte und sozialversicherte Journalist*innen oder Lektor*innen gemacht haben? Externalisieren nicht unsere Auftraggeber ihr Risiko auf uns? Wie wir diese Falle vermeiden und uns als Autor*innen, Lektor*innen, Übersetzer*innen eine selbstbestimmte, abgesicherte und sinnerfüllte berufliche Existenz schaffen oder bewahren, ist Thema des zweiten Tages.

09:30-09:55 Uhr: Home-Yoga mit Lea Helmers // Beginnen Sie den Tag vor dem Laptop mit einigen einfachen Yoga-Übungen! Diese kurze Session lockert und aktiviert Muskeln und Kreislauf, Sie benötigen für die Teilnahme nur einen Teppich oder eine Matte

10:00-10:55 Uhr: Die Gründung der Fairkultur-Genossenschaft -Vortrag und Q&A- Impulsvortrag und Q&A mit Andreas Rasch // Fairkultur – eine Genossenschaft von Künstler.Innen, Kulturschaffenden, Kreativen, Kulturorganisationen und Investierenden. Fairkultur sorgt – durch intensive Begleitung – für einen sicheren Start und Landung deines künstlerischen und kulturellen Projektes – von der Ideenfindung bis zur Planung – von der Finanzierung bis zum fertigen Werk.

11:00-11:55 Uhr: Eine literarische Produzent*innen-Genossenschaft -Vortrag und Diskussion- Impulsvortrag und Diskussion mit Moritz Malsch // Vorstellung des Konzepts für eine literarische Produzent*innen-Genossenschaft

12:00-12:55 Uhr: Entlang von Stereotypen -Vortrag- Impulsvortrag mit Johanna Faltinat & Letícia Milano vom Büro für vielfältiges Erzählen // Das Problem mit Stereotypen ist nicht, dass sie unwahr, sondern dass sie unvollständig sind. In diesem Vortrag gehen die Referent*innen der Frage nach, was es braucht, um diese Lücke zu schließen. Und nehmen dabei Hindernisse, Chancen und uns selber unter die Lupe.

13:00-13:55 Uhr: Entlang von Stereotypen schreiben – In der Praxis Gruppenarbeit- mit Johanna Faltinat & Letícia Milano vom Büro für vielfältiges Erzählen // Aufbauend auf den vorherigen Vortrag bieten die Referent*innen einen vertiefenden Workshop an, der in Einzelarbeit und Gruppenaustausch dem Schreiben von vielfältigen Figuren nachgeht.

14:00-14:55 Uhr: Zwischen Chance und Herausforderung: Wenn ehrenamtliche Strukturen wachsen -Vortrag und Q&A- mit Birgit Bursee (Freiwilligenagentur Magdeburg e. V.) // Wenn ehrenamtlich getragene Vereine wachsen, ergeben sich eine Reihe neuer Herausforderungen. Aufgaben nehmen zu und Belastungen steigen, ohne dass automatisch mehr Ressourcen zur Verfügung stehen. Nach einem kurzen Impuls zu Chancen und Risiken, die mit einem Wachstumsprozess einhergehen, werden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, die Vereinen in ähnlichen Situationen Ideen zur eigenen Organisationsentwicklung liefern. 

15:00-15:55 Uhr: Dein DEAL mit dem eigenen Business: Wissen für Soloselbstständige -Vortrag und Q&A- zu den Themen Büroorganisation, Buchführung & Digitalisierung, Impulsvortrag und Q&A mit Manuela Höfner // Veranstaltung in Kooperation mit dem VGSD, weitere Infos in Kürze

16:00-16:55 Uhr: Raus aus der Komfortzone – Zielgruppen neu betrachten -Webinar- mit Joachim Fries (freier Trainer und Lektor) // Bei vielen von uns Freiberufler*innen sind in der Corona-Krise Aufträge oder Kunden weggebrochen. Doch „Krise“ (von griech. krisis = Entscheidung, entscheidende Wendung) bedeutet nicht zwangsläufig eine Situation mit einem schlechten Ausgang, sondern eine Situation, die sich zum Schlechten wie zum Guten wenden kann. Lasst uns deshalb Corona als Gelegenheit begreifen, aus unserer Komfortzone herauszukommen und neue Marketinginstrumente zu erproben. In diesem Webinar geht es darum, strategisch(er) bei der Analyse und Ansprache von Zielgruppen vorzugehen, kurzum: Zielgruppen neu zu betrachten. Dazu sollen die Werkzeuge Persona, Customer Journey und Signature Story als Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Kundengewinnung vorgestellt werden. Und weil das Webinar sich nicht auf das Vorstellen beschränkt, sondern erste eigene Entwürfe ermöglichen will, brauchen Sie für den neuen Blickwinkel Papier und Buntstifte. Das Webinar ist für freie Texter*innen, Übersetzer*innen, Lektor*innen, Grafiker*innen und andere Freiberufler*innen im B2B- und B2C-Geschäft gedacht.

17:00-17:55 Uhr: Selbstcoaching für Literaturschaffende – Journaling macht es möglich! -Vortrag und Q&A- Impulsvortrag und Q&A mit Anja Schreiber // Unsicherheit und Existenzsorgen machen sich aktuell breit … auch im Kulturbetrieb. Dieser Impulsvortrag will ganz konkret helfen, mit der schwierigen Situation kreativ und lösungsorientiert umzugehen. Dazu gibt er Einblick in das Selbstcoachinginstrument „Journaling“ – die moderne Form des Tagebuchschreibens. Die Journalistin, Autorin und Bloggerin Anja Schreiber zeigt einen konkreten Weg auf, wie Literaturschaffende mit einem Journal ihre aktuelle Situation analysieren und die eigenen Ziele klären können. Dadurch sind sie in der Lage, ihre Projekte zu planen, umzusetzen und nachzujustieren und gleichzeitig ihre Bedürfnisse zu managen.

18:00-18:55 Literatur Viral -Vortrag und Q&A- mit Yvonne de Andrés und Matthias Bannert //  Literatur sichtbar machen. Wie kann ich soziale Netzwerke und Medien nutzen, um auf mein Buch, mein Literaturevent oder eine Kampagne aufmerksam machen. Am besten eignen sich dazu sich viral verbreitende Inhalte. Doch was genau machen virale Inhalte aus und kann man Viralität planen? Was muss dabei bedacht werden. Anhand einer kleinen Einführung und verschiedenen Best-Practice-Beispielen möchten die Referent*innen Ideen und Anregungen für die eigene Kommunikation unterbreiten.

Sonntag, 21. Juni 2020 // Mehr Diversität wagen!

Die letzten Jahre und auch die Reaktion auf die Pandemie haben gezeigt, dass Europa das Denken in nationalen Egoismen noch nicht überwunden hat. Im Zweifel wird offenbar noch immer (oder wieder verstärkt) der eigenen Horde vertraut und den Anderen (was auch immer an ihnen anders sein mag) mit Misstrauen begegnet. Das gilt auf internationaler Ebene genau wie innerhalb der Gesellschaft. Doch engstirniges Leitkultur-Denken ist nicht das richtige Mindset, um in einer digitalisierten und globalisierten Welt klarzukommen. Wir müssen nicht irgendwelche Standards etablieren, irgendwen in irgendetwas integrieren, sondern lernen, der Vielfalt der Welt mit Respekt, Toleranz und Interesse zu begegnen. Ein Kulturwandel ist also gefragt. Wie wir als Kulturträger*innen hier unseren Beitrag leisten können, wie die Literaturszene diverser werden kann, wie wir selbst unsere internationale Zusammenarbeit gestalten können, ohne dabei en passant das Klima zu ruinieren – das sind die Leitfragen des dritten Tages.

09:30-09:55 Uhr: Home-Yoga mit Lea Helmers // Beginnen Sie den Tag vor dem Laptop mit einigen einfachen Yoga-Übungen! Diese kurze Session lockert und aktiviert Muskeln und Kreislauf, Sie benötigen für die Teilnahme nur einen Teppich oder eine Matte

10:00-10:55 Uhr: Crashkurs für Analogue Natives -Workshop- Social Media und Streaming für Senior*innen mit Alexander Lehnert // Hier können Sie Ihre Fragen stellen zur technischen Durchführung von digitalen Live-Events z. B. via Instagram, zur Nutzung von Youtube und Facebook, zu Programmen, die am Computer unterstützen und im Allgemeinen zu Social Media Strategien und Redaktionsplänen.

11:00-11:55 Uhr: Aus der Reihe Risikoberufe: Künstler und andere Soloselbständige -Gespräch- Gespräch über psychosoziale Risikofaktoren mit Daniel Ketteler (Psychiater) und Birgit Kreipe (Psychologin) // Wie können Soloselbständige aus dem Bereich Kunst und Literatur gut mit den besonderen psychosozialen Herausforderungen ihrer Situation umgehen? Braucht es ein spezialisiertes Beratungsangebot?

12:00-13:55 Uhr: Das BGE-Modell von Götz Werner -Vortrag und Gespräch- Impulsvortrag und Gespräch mit Lena Tietgen und Ronald Blaschke // Was würde das bedingungslose Grundeinkommen im Berufsalltag von Solo-Selbständigen der Literatur bedeuten? Die Coronakrise hat das prekäre Leben von Autor*innen, Lektor*innen, Kleinverleger*innen und das vieler anderer Soloselbständiger* sichtbar gemacht. Mit dem Shutdown verloren sie ihre Existenz, was nicht über digitale Angebote kompensiert werden kann. Im Gegenteil. Im Literaturbetrieb und bei den Medien führt die Digitalisierung schon seit längerem zu mehr oder weniger tiefgreifenden Umwälzungen und auch nach Corona ist mit einem Schub zu rechnen. Infolge kann es zu Konzentrationsprozessen kommen, bei denen die Gefahr eines künstlerischen und medialen Artensterbens besteht. Was kann in dieser Situation ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) leisten und wie könnte es aussehen? Welche Spielräume würde ein BGE für Künstler*innen und Medienschaffende* öffnen? Schafft es eine Basis für Kooperationen und Experimentelles? Worin besteht der literarische/journalistische Mehrwert eines BGE? Nach einem Input über bestehende Modelle bietet sich die Möglichkeit eines Austauschs über diese und weitere Fragen.

14:00-14:55 Uhr: Digitale Leseformate und Monetarisierung (Patreon & Co.) -Vortrag und Q&A-Impulsvortrag und Q&A mit Lena Falkenhagen // Viele Veranstaltungen fallen aufgrund des Kontaktverbots aus. Autor*innen suchen ihr Heil in digitalen Medien, um Sichtbarkeit und Monetarisierungsstrategien aufzubauen. Lena Falkenhagen erläutert verschiedene Plattformen für Lesungen und worauf man achten sollte – und stellt Monetarisierungsmodelle für Autor*innen von Patreon über Twitch bis YouTube vor.

15:00-15:55 Uhr: Über die Spree setzen. Neue Wege der individuellen Förderung literarischer Übersetzer*innen (Ü-Berlin-Stipendien), -Gespräch und Arbeitsgruppe- mit Dorota Stroinska und Jürgen Jakob Becker // Berlin ist vielleicht DIE Metropole des Literaturübersetzens in Europa. Höchste Zeit, dass die Berliner Übersetzer*innen als Produktivkräfte, Anwält*innen und Mitgestalter*innen der Vielfalt unserer literarischen Kultur angemessen in die Förderstrukturen des Senats integriert werden! Ein wichtiger Impuls in diese Richtung ist von Ü-BERLIN ausgegangen, dem im vergangenen November im LCB veranstalteten Parataxe-Symposium, das die große Energie und Lebendigkeit des internationalen Übersetzerbiotops an der Spree offenbarte. Von dieser Energie getragen folgte im Januar ein Arbeitstreffen zahlreicher Ü-Berliner*innen sowie freier und institutioneller Aktivist*innen (Weltlesebühne, NFLB, VdÜ, DÜF, TOLEDO) im LCB. Es wurden Bedarfe und Vorschläge gesammelt und der Kulturverwaltung im Rahmen eines Jour fixe mit der Freien Szene vorgestellt. Davon ermutigt wurde ein erster Entwurf für ein (bedarfs)gerechtes und flexibles Stipendienprogramm erarbeitet, das wir im Branchentreff präsentieren und zur Diskussion stellen wollen.

16:00-16:55 Uhr: Feministische Kooperation in der literarischen Produktion: Praktisches Beispiel des Netzwerkes französischsprachiger Autorinnen in Berlin, -Vortrag und Q&A- Impulsvortrag und Q&A mit Delphine de Stoutz // Vorgestellt werden u. a. was die Mitglieder zusammenbringt, das Ziel des Netzwerks, die Durchführung der Kooperation, die Veränderungen in der Zeit von Corona und perspektivische Projektionen

17:00-17:55 Uhr: Eine digitale Plattform für alle Künstler*innen und Kulturschaffende in Europa -Vortrag und Diskussion- Impulsvortrag und offene Gesprächsrunde mit Kerstin Quitsch und Oliver Look // Die Referent*innen geben einen Einblick in ihre Recherche und Überlegungen zu Nutzung und Anforderungen von digitalen Formaten für Künstler*innen und Kulturschaffenden. Die abschließende Forderung, einer Art Kultur-„Netflix“ für Europa, ist Grundlage eines work-in-progress zur Erstellung eines politischen Forderungspapiers.

18:00-18:55 Uhr: Diversität in Jury-Verfahren der Literatur -Vortrag und Diskussion- mit Lilian Engelmann (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) // Die Berliner Literaturszene ist bereits divers – aber Chancengleichheit und Vielfalt bei Förderergebnissen und Stellenvergaben, in Institutionen und auf Festivals bleibt eine große Aufgabe für alle Beteiligten. Es gibt noch viel zu tun. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Besetzung von Vergabejurys. Je diverser die Jury, desto vielfältiger die Perspektiven auf das, was als „literarische Qualität“ anzusehen ist. Doch an Jurys wie die des Arbeitsstipendiums Literatur werden vielfältige Ansprüche nach Qualifikation, Beruf, literarischem Genre und multiplen Diversitätskategorien herangetragen – eine gute Besetzung zu finden ist daher keine leichte Aufgabe. Die Referentin für Bildende Kunst, Literatur und Film in der Berliner Kulturverwaltung Lilian Engelmann berichtet, wie die Kulturverwaltung mit dem Thema umgeht, nach welchem Verfahren Jurys im Literaturbereich künftig berufen werden sollen, wie darin der Diversitätsaspekt Berücksichtigung findet und welche Fallstricke lauern.


Kooperationspartner Vierter Branchentreff Literatur

Förderer Vierter Branchentreff Literatur

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