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Programm Branchentreff Literatur 2021

Fünfter Branchentreff Literatur // 18.-20.06.2021 (digital)
Vor|care|ungen. Freiberuflich mit Zukunft
Teilnahme kostenfrei nach vorheriger Anmeldung

Stand Programm: 03.05.2021 (Änderungen vorbehalten)

16:00-16:45 Uhr -Erster Eröffnungsbeitrag- // Mit Jacinta Nandi, weitere Informationen in Kürze

17:00-18:45 Uhr Mind the Gap! Wie der Einstieg in sozial nachhaltige Stipendienmodelle gelingen kann -Paneldiskussion- // Der Lebensentwurf, der heutigen Literat*innen durch die allgemeinen Rahmenbedingungen zugemutet wird, gleicht eher dem von fahrenden Sänger*innen des Mittelalters als einem modernen, professionellen Verständnis von Kunstausübung. Örtliche und zeitliche Ungebundenheit ist Voraussetzung, eine Planung über den nächstbewilligten Stipendienaufenthalt unmöglich, ein Ruhestand, sei es mit 65, 67 oder 70 Jahren, nicht vorgesehen. Überspitzt könnte man sagen: Man erbt, man heiratet oder man hungert. Daran, vom unsteten und geringen Einkommen einer Autorin oder eines Autors eine Familie zu ernähren, ist gar nicht zu denken. Und am Ende des Lebens münden die vielen Einkommenslücken in Serie in eine umfassende Rentenlücke. Dieses drastische Bild gilt natürlich nicht immer und für jede*n; Fakt ist jedoch, dass die gegenwärtigen Stipendien, so hilfreich sie auch sind, die Rentenlücke noch vergrößern: Lebt ein*e Autor*in längere Zeiträume nur von Stipendien und Preisen, so werden auch entsprechend lange keine Einzahlungen in die Rentenkasse geleistet, und es fehlen die Rentenpunkte, von denen Autor*innen sowieso oft viel zu wenige haben, wie auch das Geld für die Privatvorsorge. Der NFLB hat das Modell der Tandem-Stipendien entwickelt, die Literat*innen eine längerfristige Planungsperspektive und eine bessere Altersabsicherung bieten. Im Rahmen des Panels möchten wir dieses und mögliche weitere Modelle diskutieren. // Mit: Lena Falkenhagen (Bundesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller), Moritz Malsch (nflb), Dr. Torsten Wöhlert (Staatssekretär für Kultur), Daniel Wesener (Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion Berlin sowie Sprecher für Kultur, Haushalt und Finanzen). Moderation: Tanja Dückers // Veranstaltung in Kooperation mit dem Netzwerk Freie Literaturszene Berlin

19:00-19:45 Uhr -Zweiter Eröffnungsbeitrag- // Mit Heike Geißler, weitere Informationen in Kürze

09:15-09:45 Uhr: Locker und konzentriert durch den digitalen Branchentreff Literatur! Home-Yoga- // Beginnen Sie den Tag vor dem Laptop mit einigen einfachen Yoga-Übungen! Diese kurze Session lockert und aktiviert Muskeln und Kreislauf, Sie benötigen für die Teilnahme nur einen Teppich oder eine Matte. Mit Lea Helmers

10:00-10:45 Uhr: Safe and Sound durch die Digitalität Vortrag und Q&A- // Mit: RAin Karina Filusch

10:00-12:45 Uhr: Narrative Medizin. Arbeitsgruppe zu Selfcare im Literaturbereich Workshop- // Besonders in der Ungewissheit, die in Folge der Pandemie in uns allen heftig floriert, sind Momente der Reflexion und Selbstwahrnehmung im Sinne des Selfcare angebracht. In diesem Workshop stehen die eigene persönliche Situation und Wohlbefinden im Vordergrund. Er dient der Erkundung und dem Benennen von Bedürfnissen, Ressourcen und Wünschen. Im geschützten Raum, entspannt und mit offenem Ohr für einander wird zur Sprache gebracht, wie wir in der gegenwärtigen Situation mit uns selbst umgehen. Durch gezielte Schreibübungen, Lockerung und Sprechaufgaben, werden hier auch die individuelle Phantasie, Ideen und Einfälle provoziert. Inspirationen zu ausgleichenden Aktivitäten, ruhigem Denken und Umgang mit sich selber in Krisensituationen werden gesammelt und erörtert. // Mit: Elisabetta Abbondanza

11:00-11:55 Uhr: Altersvorsorge- und Absicherungsmodelle für freie Literaturschaffende Vortrag und Q&A- // Mit: Bernd Hubatschek

12:00-13:45 Uhr: Virtual Reality und Literatur. Die VR-App B.A.U. Präsentation und Q&A- // Ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie ist es auch immer noch nötig, Strategien für digitale Kollaborationen zu finden, Möglichkeiten einer künstlerischen Praxis, die nicht auf Präsenz angewiesen ist. Als Beispiel hierfür wird die VR-App B.A.U. vorgestellt, die als Kooperation zwischen den Berliner und Nowosibirsken Künstler*innen Mara Genschel, Tomomi Adachi, Alexey Grishchenko, Evgeny Gavrilov und Katia Sophia Ditzler unter der Schirmherrschaft der Lettrétage und des Goethe-Instituts Nowosibirsk entstanden ist. Das Projekt war ursprünglich als Austausch in persona gedacht, musste dann aufgrund der Umstände in den digitalen Raum verlegt werden. Die Arbeit gestaltete sich gänzlich digital, zwischen drei Städten – Berlin, Novosibirsk und Tokyo, in enger Zusammenarbeit mit einem Moskauer Programmierteam. Dabei traten natürlich auch Schwierigkeiten auf. Solche Formen der digitalen Literatur, die als multimediale Experience konzipiert sind bieten die Möglichkeit sich neu eröffnende Felder auszuloten und innovative Synergien zu kreieren. Der Vortrag soll also eher als Inspiration und konkrete Handreiche verstanden werden denn als reiner Projektbericht. // Mit: Katia Sophia Ditzler

14:00-14:45 Uhr: Fragen und Antworten zur Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) Workshop- // Wer Texte schreibt, die veröffentlicht werden – ob als Schriftsteller*in, Autor*in, Journalist*in oder Blogger*in – hat die Möglichkeit, Wahrnehmungsberechtigte*r in der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort zu sein. Die VG Wort nimmt als Treuhänderin die Rechte der Schreibenden wahr. In ihrem Auftrag sammelt sie Gelder ein, die beispielsweise Hersteller von Speichermedien und Geräten zahlen, aber auch Universitäten, Bibliotheken, Schulen und weitere Einrichtungen. Diese Gelder stehen Texturheber*innen per Gesetz zu als sogenannte Privatkopievergütung und Bibliothekstantieme. In dem Workshop erklärt Henry Steinhau, wie sich Schreibende der VG Wort anschließen und was sie tun müssen, um die ihnen zustehenden Ausschüttungen zu erhalten. Er geht auf die Arbeit der VG Wort und das System der Zählmarken für Online-Veröffentlichungen ein und beantwortet Fragen rund um die VG Wort. // Mit: Henry Steinhau

15:00-16:45 Uhr: Spitzweg forever? – Familienfreundlichkeit im LiteraturbetriebVortrag und Diskussion- // Obwohl das Bild des einsamen Poeten schon lange nicht mehr der Realität entspricht, ist das Fördersystem im deutschsprachigen Raum dennoch genau darauf ausgerichtet, und auch in literarischen Veranstaltungen und in Rezensionen wird dieses Bild oft unhinterfragt reproduziert. In ihrem Vortrag möchten Katharina Bendixen und Barabara Peveling die Vision eines familienfreundlichen und gendergerechten Literaturbetriebs entwerfen, der alle Gruppen und Lebensentwürfe unserer Gesellschaft einbezieht. Dabei soll es um familienfreundliche Stipendien und Veranstaltungsformate ebenso gehen wie um die Einrichtung von Writers‘ Rooms und die Aufwertung des Themas Elternschaft in der Literatur, und zwar in all ihren potenziellen Narrativen. Sie nähern sich dem Thema mit einer Collage, bestehend aus Auszügen aus Rezensionen und Interviews, aus Korrespondenzen mit Künstlerhäusern und literarischen Texten. Im Anschluss werden die Erfahrungen und Ideen der Zuhörenden gesammelt und gemeinsam mit ihnen konkrete Handlungsansätze überlegt. // Mit: Katharina Bendixen & Barbara Peveling

17:00-17:45 Uhr: Digitales Urheberrecht bei Online-Lesungen und digitalen Literaturveranstaltungen Vortrag und Q&A- // Durch die Pandemie haben sich Lesungen und Veranstaltungen in den digitalen Raum verschoben. Das könnte auch in Zukunft eine gute Alternative sein, sofern analoge Veranstaltungen nicht möglich sind. Was sind die Unterschiede zwischen digitalen und analogen Lesungen/Veranstaltungen und Veröffentlichungen im Hinblick auf das Urheberrecht, Honorare, Erreichbarkeit u.v.m.? Auf diese und andere Fragen wird im Rahmen des Vortrags eingegangen // Mit: Julia Balogh

18:00-18:45 Uhr: Der Berliner Literaturkalender Präsentation und Q&A- // Seit 2018 unterstützt der Berliner Literaturkalender die Literaturveranstalter*innen bei der Bewerbung ihres Programms: in nicht pandemischen Zeiten erscheint der Kalender als gedrucktes Plakat und bieten dem Publikum an vielen Orten eine gebündelte Übersicht der vielen in Berlin stattfindenden Literaturveranstaltungen. Aktuell erscheint es in Form eines regelmäßigen Newsletters in digitaler Form und informiert weiterhin über aktuell online stattfindende Formate. In dieser Info-Sessions können sich interessierte Veranstalter*innen über die Aufnahme in den Kalender informieren und interessiertes Publikum erfahren, wie man in den Newsletter-Verteiler aufgenommen wird und an welchen Orten das Plakat normalerweise zu finden ist. // Mit: Giulia Silvestri

09:15-09:45 Uhr: Locker und konzentriert durch den digitalen Branchentreff Literatur! Home-Yoga- // Beginnen Sie den Tag vor dem Laptop mit einigen einfachen Yoga-Übungen! Diese kurze Session lockert und aktiviert Muskeln und Kreislauf, Sie benötigen für die Teilnahme nur einen Teppich oder eine Matte. // Mit Lea Helmers.

10:00-11:45 Uhr: Controlling-Cockpit für Freiberufler*innen Workshop- // Veranstaltung in Kooperation mit dem VFLL. Zum wirtschaftlichen Erfolg von Freiberufler*innen gehört eine solide Kalkulation, allerdings genauso ein konsequentes Controlling. Controlling bedeutet schlicht, sein (Einzel-)Unternehmen auf Kurs zu bringen und zu halten. Im Online-Seminar soll ein einfaches und übersichtliches Controlling-Cockpit vorgestellt werden. Dieses Cockpit ist vorrangig auf das Freie Lektorat zugeschnitten und zeigt wichtige quantitative und qualitative Indikatoren, die man im Blick haben sollte. Es ist aber auch für andere Freiberufler*innen durchaus brauchbar und sinnvoll. Wie viele leidvoll erfahren haben, ist die staatliche Unterstützung für Freie in der KuK-Branche recht bescheiden. Das Controlling-Cockpit kann keine finanzielle Unterstützung bieten, aber dazu beitragen, dass man selbst in Alltags- und Krisenzeiten besser aufgestellt ist. // Mit: Joachim Fries. Zielgruppe des Webinars sind freie Lektor*innen und andere Freiberufler*innen.

10:00-11:45 Uhr: SichtBar, HörBar, ErlebBar, Online-Lesungen und Veranstaltungen erfolgreich organisieren Workshop- // Welche Möglichkeit haben Autorinnen und Autoren um sichtbar, hörbar und erlebbar zu bleiben? Der Workshop vermittelt digitale Tools für Literatur-Veranstalter*innen für die Durchführung von Online Lesungen, Diskussionen und Salons. Inhalt: Vorstellung verschiedener Formate und Anforderungen, Plattformen und Software, Vorabplanung, Budgetierung, Kalkulierung, Finanzierung, Kooperationen, Verträge abschließen etc. / Kommunikation: Pressemitteilung, Newsletter und Social Media / Best-Practice-Beispiele zur Inspiration / Beispielhafte Konzeption einer Veranstaltung // Mit: Yvonne de Andrés und Sarah Kahn-Heiser. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen.

11:00-12:45 Uhr: Freiberuflichkeit im Literaturbetrieb & Elternschaft – Wie passt das zusammen? Diskussionsrunde- // Mit Rabea Edel, weitere Infos in Kürze

13:00-14:45 Uhr: Literat*innen vorm Neubeginn. Das BGE als alternative Existenzsicherung?! Vortrag und Diskussion- // Die Zukunft wird darüber bestimmt, ob und wie literarische Vielfalt wieder möglich wird. Ein „back to normal“ hieße, nur wenige Literat:innen können von ihrer Kunst leben; hieße verschärfte Konkurrenz statt Kooperation und Solidarität. Zeit, über Alternativen nachzudenken, wie dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE). Die Diskussionsveranstaltung von Lena Tietgen und Werner Rätz führt in das Emanzipatorische BGE ein, verortet und grenzt es ab, zum Beispiel zum Unternehmer*innenlohn. Gemeinsam loten die Referent*innen im Anschluss dessen Relevanz für die literarische Vielfalt in der Stadt aus: das Verhältnis zum Verlagswesen, zu Förderstrukturen und, ob Ankerzentren hiervon profitieren. Wirkt es positiv auf Kleinverlage und unterstützt es den Aufbau einer kommunalen Infrastruktur (Leseorte, kulturelle Bildung etc)? Online-Literatur zeigt zwar Vielfalt, bietet aber keinen gesicherten Finanzrahmen. Kann das BGE die Lücke füllen? Auch das BGE in seiner politischen Dimension steht zur Diskussion: Hat es die Kraft Kooperationen anzustoßen und kooperatives Denken zu vermehren? Schafft es gar ein Mehr an Solidarität in der Gesellschaft und damit auch im Literaturbetrieb?

15:00-15:55 Uhr: Literaturförderung in Berlin – wieviel Care steckt drin Vortrag- // Berlin gilt als die Literaturmetropole in Deutschland. Wie viel tut das Land Berlin eigentlich für die Literatur und alle Menschen, die von und mit ihr leben? In seinem Vortrag vermittelt der Berliner Autor, Herausgeber, Veranstalter und Aktivist Eric Schumacher einen Überblick über aktuelle Förderstrukturen in Berlin, genauso wie über das, was an Förderprogrammen jedoch noch fehlt. Desweiteren gibt er einen beispielhaften Abriss über Initiativen, Netzwerke, Vereine, zivilgesellschaftliche und soziokulturelle Akteure, die sich in diesem Feld engagieren und gesellschaftlich einbringen, um auch literarische Arbeit und Care-Arbeit zusammenzudenken, wie sich durch die Corona-Pandemie der Blick auf Care-Arbeit auch in den Bereichen der Kunst gewandelt hat. Abschließend wird er einige Denkanstöße geben, wie künstlerische Förderstrukturen anders gedacht werden können, wie eine wirkliche Koppelung von künstlerischer Arbeit und familiärer Care-Arbeit denkbar wäre, ausgehend von Sascha Lobos provokanter Kolumne „Der deutsche Staat verachtet Selbständige und Kreative“ (Spiegel Online, 9.12.20).

15:00-15:45: Selfpublishing als Selfcare Gespräch- // Lohnt es sich, ins Selfpublishing einzusteigen? Kann man damit erfolgreich sein? Ja, sagen die Referentinnen Anja Schreiber und Janina Venn-Rosky. Der Workshop räumt mit dem Vorurteil auf, dass es bei dieser Form der Veröffentlichung vornehmlich um Amazon-Ränge und Verkäufe geht. Vielmehr ermutigen die beiden Selfpublisherinnen Anja Schreiber und Janina Venn-Rosky die Teilnehmenden, ihren eigenen Weg zu gehen und abseits aller Vergleiche ihr Ding als Selfpublisher*in zu machen. Denn Selfpublishing kann ein Weg der künstlerischen Selbstverwirklichung und kreativen Selbstfürsorge sein – ein Weg, der zu mehr Freiheit und Entfaltung führt. Die beiden Autorinnen berichten im Interviewformat über ihren Weg ins Selfpublishing und zeigen seine Vorteile und Herausforderungen auf. Sie geben Tipps, wie sich solche Veröffentlichungen als Referenz nutzen lassen und zu weiteren – auch finanziell interessanten – Projekten führen können. Diese Veranstaltung will inspirieren und den Blick weiten. Sie bietet zudem Einsteiger*innen Selbstfürsorge-Tipps in nervenaufreibenden Zeiten.

16:00-16:45: Mental Health und Kulturarbeit Vortrag und Q&A- // weitere Infos in Kürze

16:00-16:45: Selfpublishing und digitales Publizieren. Was sind die Vorteile für Autor*innen und Umwelt? Paneldiskussion- // weitere Infos in Kürze

17:00-17:55 Uhr: Vorstellung des Projektes HOTEL DES AUTRICES Kurzvortrag und Gesprächsrunde- // Mit Laura Barbasetti und Cécile Calla

18:00-18:45 Uhr: Die BücherFrauen. Netzwerkvorstellung Gesprächsrunde- // Mit Britta Jürgs, Dania Schüürmann und Friederike Christoph

19:00-19:45 Uhr: Avatar-Aperol. Digitale Bar Netzwerken und Ausklang-

Der Branchentreff Literatur findet im Rahmen des Projekts schreiben & leben des Literaturhauses Lettrétage e. V. statt und wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Veranstaltung in Kooperation mit: